Hockenheim Classics 2026

Historischer Rennsport zum Saisonfinale

 

Vom 18. bis 20. September 2026 stand der Hockenheimring bei der 49. Auflage der Hockenheim Classics wieder ganz im Zeichen des historischen Rennsports. Nachdem der Regen sich am Freitag gegen die Mittagszeit verabschiedet hatte, wurden die vielen Teilnehmer von Sonnenschein und warmen Herbstwetter verwöhnt. Im Mittelpunkt des Motorradprogramms standen das Saisonfinale der Deutschen Historischen Motorrad-Meisterschaft (DHM), die International Historic Racing Organization (IHRO) und die IG Königsklasse. Ergänzt wurde das Programm durch historische Automobile und die VFV-GLPpro.

Für die DHM ging es in Hockenheim um die letzten Meisterschaftspunkte der Saison. In 18 Soloklassen und fünf Gespannklassen waren Motorräder der Baujahre 1920 bis 1995 vertreten.

Fath 500 Zweitakt VierzylinderEinen besonderen Schwerpunkt bildeten die historischen Renn-Gespanne. Unter dem Motto „Historische Renn-Gespanne 1920–1980“ präsentierte der VFV in einer Sonderausstellung unterschiedliche Konstruktionen aus verschiedenen Epochen. Neben frühen Maschinen von NSU, Motosacoche und Horex waren britische Gespanne von Triumph und Norton sowie die bekannten BMW-RS-Konstruktionen mit Königswellenmotor vertreten. Besonderes Schmankerl war ein Gespann mit dem Fath Vierzylinder-Zweitakt-Boxermotor, das neben einem König Gespann in der VFV Box ausgestellt war. Dem interessierten Besucher war es so möglich Ähnlichkeiten und Unterschiede dieser beiden deutschen Konstruktionen genau zu studieren.
Der Autor mit Maria Costello in besseren Zeiten Der VFV-Sonderlauf brachte die historischen Fahrzeuge anschließend auch auf die Rennstrecke, um sie den Zuschauern in voller Fahrt zu präsentieren. Eigentlich war die bekannte Britin Maria Costello, die bereits während ihrer Solokarriere mehrere Jahre im Guinness Buch der Rekorde gelistet war und von König Charles den Orden Member of the Empire verliehen bekommen hatte, als Gaststar der diesjährigen Seitenwagenparade geplant. Ein tragischer Unfall bei den diesjährigen Isle of Man Rennen verhinderte dies jedoch. Die Organisatoren gedachten Maria stattdessen in der Ausstellungsbox durch ein Porträtfoto mit den besten Genesungswünschen.

Die IHRO bot einen Querschnitt durch die Grand-Prix-Technik der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre. Norton Manx, Triumph, Honda Drixton, Seeley-Matchless, Ducati, Suzuki und Kawasaki zeigten unterschiedliche Lösungen bei Motor, Fahrwerk und Bremsen dieser Entwicklungsphase. In harten Zweikämpfen im echten Renntempo mussten sich die Maschinen und ihre Fahrer auf dem Ring beweisen.

Die Söhne von Guido Förster bewahren das Andenken an ihren VaterAuch in der IG-Königsklasse wurde wieder echter Rennsport gezeigt und die Zweitaktmotoren der Maschinen nicht geschont. Leider ist der bekannte Motorenspezialist und langjähriger IGK Teilnehmer Guido Förster kurz vor der Veranstaltung verstorben. Seine Söhne wollten jedoch sein Gedenken und die Förster-Fahne weiter hochhalten und ließen es sich nicht nehmen, sein Motorrad auf dem Hockenheimring zu fahren – so wie es sich Guido sicher gewünscht hätte.

In der weiten Bandbreite der Maschinen der Deutschen Historischen Meisterschaft waren jüngere Rennmotorräder vertreten. Maschinen wie Yamaha YZF 750 R, Suzuki GSX-R 750 oder Kawasaki ZXR 750 verdeutlichten, wie groß die technische Spannweite inzwischen geworden ist. Auch wenn die Maschinen dieser Periode vielen Besuchern als neuzeitlich erscheinen mögen, versichert ein Blick auf das heutige Datum, dass auch sie bereits mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben. 

Das Automobilprogramm ergänzte die Veranstaltung mit historischen Tourenwagen, GT-, Formel- und Sportwagen. In der VFV-GLPpro gingen mehr als 180 Fahrzeuge an den Start. Dabei stand nicht die schnellste Runde, sondern möglichst gleichmäßiges Fahren im Mittelpunkt.

Das Wochenende bot damit einen konzentrierten Überblick über mehrere Jahrzehnte Renntechnik. Besonders im offenen Fahrerlager ließ sich die Entwicklung vom klassischen Rennmotorrad bis zur vergleichsweise jungen Rennmaschine unmittelbar nachvollziehen und die Fahrer und Mechaniker standen gerne für Benzingespräche zur Verfügung.

Für die Hockenheim Classics richtet sich der Blick bereits auf das kommende Jahr: 2027 wird die Veranstaltung zum 50. Mal ausgetragen.


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Text: Wolfhart Krischke, Fotos: Wolfhart Krischke


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