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Hockenheim im September: Wenn der Geruch von Castrol, verbranntem Zweitaktöl und heißem Gummi über das Motodrom zieht, ist wieder Zeit für historische Rennsporttechnik. Vom 18. bis 20. September 2026 stehen bei den 49. Hockenheim Classics Motorräder, Gespanne und Automobile aus mehr als sieben Jahrzehnten im Mittelpunkt. Fast 600 Teilnehmer werden nach Angaben des VFV erwartet. Dabei geht es längst nicht nur um das Ausstellen alter Rennmaschinen. Die historischen Motorräder werden auf dem Hockenheimring dort bewegt, wofür sie einst gebaut wurden: auf der Rennstrecke. Für Zuschauer bietet sich damit die seltene Gelegenheit, historische Renntechnik nicht nur aus nächster Nähe zu sehen, sondern sie auch in voller Fahrt zu erleben. Saisonfinale der Deutschen Historischen Motorrad-Meisterschaft
Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Hockenheim Classics aus. Auf der Strecke treffen unterschiedliche technische Philosophien aufeinander: leichte Einzylinder, klassische Zweitakter, hubraumstarke Vierzylinder und aufwendig aufgebaute Rennmaschinen späterer Generationen. Für die Fahrer geht es in Hockenheim zugleich um wichtige Meisterschaftspunkte. Das Wochenende bildet den Abschluss der DHM-Saison 2026 – entsprechend spannend dürfte es in den einzelnen Klassen noch einmal werden. Internationale Rennsportgeschichte Neben der DHM sorgen weitere historische Rennserien für internationales Flair. Die International Historic Racing Organization (IHRO) trägt in Hockenheim ihre letzten Meisterschaftsläufe aus. Zum Einsatz kommen Rennmaschinen, die sich an den Grand-Prix-Motorrädern der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre orientieren. Ergänzt wird das Motorradprogramm durch das Saisonfinale der IG Königsklasse. Auch hier stehen Rennmotorräder vergangener Jahrzehnte im Mittelpunkt – Maschinen, die einst den Motorrad-Grand-Prix und nationalen Rennsport prägten. Auf vier Rädern sorgen unter anderem die Fahrzeuge der VFV-GLPpro für zusätzliche Abwechslung. Tourenwagen, GT-, Formel- und Sportwagen vergangener Epochen bringen auch bei den Automobilen reichlich historische Rennsportatmosphäre ins Motodrom. Hinzu kommt der Trabant-Lada-Racing-Cup (TLRC) des ADMV. Gespann-Rennsport als großes Sonderthema
Die Sonderausstellung zeigt die Entwicklung des Gespann-Rennsports über sechs Jahrzehnte. Zu sehen sind unter anderem frühe Rennmaschinen von NSU, Horex, britische Gespanne von Triumph und Norton sowie die legendären BMW-RS-Gespanne, die eine ganze Epoche des internationalen Gespann-Rennsports geprägt haben. Gerade die Gespanne gehören zu den spektakulärsten Erscheinungen des historischen Motorsports. Fahrer und Beifahrer bilden dabei eine Einheit, die auf der Rennstrecke Millimeterarbeit leisten muss. Das Zusammenspiel aus Mensch, Maschine und Beifahrer macht diese Rennklasse bis heute einzigartig. Vom Vorkriegsmotorrad bis zum Zweitakt-Renner
Wo einst einfache Fahrwerke, Trommelbremsen und luftgekühlte Einzylinder dominierten, entstanden später hochentwickelte Rennmaschinen mit Mehrzylindermotoren, Scheibenbremsen und immer ausgefeilteren Fahrwerken. Doch bei den Hockenheim Classics geht es nicht darum, welche Technik objektiv die modernere oder schnellere war. Vielmehr wird deutlich, wie unterschiedlich die Lösungen waren, mit denen Konstrukteure und Rennfahrer ihre Motorräder über die Rennstrecke bewegten. Genau darin liegt für viele Besucher der Reiz: Eine historische Rennmaschine ist nicht einfach ein altes Motorrad. Erst wenn ihr Motor läuft und sie auf der Strecke bewegt wird, wird ihre Geschichte wieder lebendig. Offenes Fahrerlager als Teil des Erlebnisses Ein wesentlicher Bestandteil der Hockenheim Classics ist das offene Fahrerlager. Zuschauer können dort die Rennmaschinen aus nächster Nähe betrachten und mit Fahrern und Teams ins Gespräch kommen. Auch Händler und Aussteller gehören traditionell zur Veranstaltung. Der Zutritt zum Fahrerlager ist im Besucherticket enthalten. Für Motorradfans ist gerade dieser Bereich oft mindestens so interessant wie die Rennen selbst. Zwischen Transportern, Werkzeugkisten und Rennmaschinen entsteht jene Atmosphäre, die den historischen Motorsport von einer reinen Rennveranstaltung unterscheidet. Hier werden Vergaser abgestimmt, Zündungen kontrolliert, Reifen gewechselt und letzte Handgriffe vor dem nächsten Training oder Rennen erledigt. Und nicht selten findet sich zwischen den Ständen auch das eine oder andere Ersatzteil, das für eine historische Rennmaschine schon lange gesucht wurde. Hockenheim als Treffpunkt der Klassiker-Szene Der Hockenheimring bietet für die Hockenheim Classics eine besondere Kulisse. Die Rennstrecke selbst ist Teil deutscher Motorsportgeschichte. Wenn historische Rennmaschinen heute wieder durch das Motodrom fahren, treffen deshalb zwei Ebenen aufeinander: die Geschichte der Fahrzeuge und die Geschichte der Rennstrecke. Die Veranstalter beschreiben die Veranstaltung entsprechend als Zeitreise von den Anfängen des Hockenheimrings im Jahr 1932 bis in die 1990er-Jahre. Für die Besucher bedeutet das ein Wochenende voller Gegensätze: langsame, filigrane Vorkriegsmaschinen neben aggressiv klingenden Zweitaktern, klassische Rennwagen neben Motorrädern und restaurierte Technik im Fahrerlager neben echtem Rennbetrieb auf der Strecke. Saisonabschluss mit besonderer Atmosphäre
Damit steht fest: Vom 18. bis 20. September 2026 wird der Hockenheimring noch einmal zum großen Treffpunkt der historischen Motorrad-Rennszene. Die 49. Hockenheim Classics versprechen drei Tage Rennsportgeschichte zum Anfassen – vom Vorkriegsmotorrad über klassische Grand-Prix-Maschinen bis zum Gespann und Rennwagen. Und wenn am Sonntag die letzten Rennen gelaufen sind, endet nicht nur eine Veranstaltung, sondern für viele Fahrer auch eine komplette Rennsaison. Hockenheim Classics 202618.–20. September 2026
Weitere Informationen und Tickets bieten der Hockenheimring |
| Fotos: Rennschmidt |





