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Ebenso wie die Zahl der Motorradfachschriften in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, gibt es auch immer weniger kostenlose regionale Magazine in diesem Bereich. Wer googelt, der findet nur noch drei. Eines davon ist das Heft „Zweirad“ aus Fürth, das elfmal im Jahr an rund 500 Ausgabestelle der Region Franken liegt. Herausgeber Mathias Thomaschek hat dabei als gelernter Zweiradmechaniker und ehemaliger Hercules-Versuchsfahrer eine besondere Beziehung zum Motorrad. Unter dem Titel „Eigene Wege“ lässt er nun seinen eigenen Werdegang und den seines Szeneblatts auf 400 Buchseiten Revue passieren.
Das Schreibtalent des Erlangers fiel bereits in der Grundschule auf und so sind seine ganz persönlichen Erinnerungen in humorvollem Plauderton zu Papier gebracht worden. Mathias Tomaschek bedient sich dabei auch eines Sidekicks, seinem imaginären Schutzengel „Schutzi“, der ihm immer wieder als Stichwortgeber dient. Dabei geht es nicht immer chronologisch zu, was dem Lesevergnügen aber nicht abträglich ist.
Geboren und aufgewachsen ist Mathias Thomaschek in Erlangen. Erste Erfahrungen mit einem motorisierten Zweirad macht er, wie die meisten Motorradfahrer seiner Generation, mit einem Moped. In seinem Fall ist es ein gelbes Postgefährt vom Sperrmüll gewesen, das er wieder zum Laufen bringen wollte, aber das nicht ohne Grund dort gelegen hatte, wo es gefunden wurde. Mit der Mobylette eines Jungen aus der Nachbarschaft und ein paar – altersbedingt – unerlaubten Metern Fahrt ist es dann geschehen. Fortan gehört der Großteil seines Lebens dem motorisierten Zweirad.
Mit 14 Jahren macht Mathias in einem Fahrrad- und Mopedladen seine ersten „Mechaniker“-Erfahrungen. 1971 klopft er als 15-Jähriger bei den nahe gelegenen Nürnberger Hercules-Werken an, um nach einer Lehrstelle zu fragen – und wird angenommen. Anschließend landet Mathias Thomaschek in der Versuchsabteilung und wird später sogar Testfahrer – und ist unter anderem mit dem legendären „Staubsauger“, der W 2000 unterwegs. Amüsante Anekdoten gibt es nicht nur aus dieser Zeit, sondern auch von seinen Erlebnissen als Radiomacher und Rettungssanitäter.
Der weitere Weg führt den Autor dann über die Lokalzeitung zum Journalismus. Er schreibt unter anderem als freier Mitarbeiter für die „PS“. Erste Erfahrungen als Verleger macht er als Herausgeber eines Heftes für CB-Funk. 1985 gründet er dann sein eigenes Motorradmagazin und macht dabei später auch seine eigenen Erfahrungen mit den neuen Bundesländern.
Nach 400 kurzweiligen Seiten mit einigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem privaten Fotoalbum muss Mathias Thomaschek dann feststellen, dass er ja noch gar nicht erzählt hat, wie er... und was geschah, als... – Band zwei ist in Arbeit.
Zu beziehen ist „Eigene Wege“ für 19,90 Euro ganz regulär über den Buchhandel (ISBN 978-3-929136-16-6) oder direkt beim Verlag über www.zweirad-online.de (zzgl. Versandkosten). (aum)
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